Garten-News

19.04.2010 - 08:07 Uhr

Riesenbärenklau: Vorsicht beim Ausgraben und Abmähen

Riesenbärenklau.
Bild: hamburg.de

Der Riesenbärenklau, auch Herkulesstaude genannt, breitet sich immer weiter aus. Aus den im Vorjahr angelegten Speicherwurzeln treiben die Pflanzen derzeit kräftig aus. Bei Sonnenschein und Wärme entwickelt sich die Pflanze rasend schnell.

Im Juni bilden sich dann die gewaltigen Blütenstängel, die eine Höhe von bis zu vier Meter erreichen können. Dann ist die Pflanze zwar leicht zu erkennen, für eine effektive Bekämpfung ist es dann aber schon zu spät.

Jetzt im Frühjahr muss also zur Hacke gegriffen werden. Die Knospen der Pflanze sind dicht unter der Erdoberfläche zu finden. Die Gefahr einer Verwechselung besteht allenfalls mit Disteln. Chemische Mittel gegen den Riesenbärenklau sind nicht zugelassen. Ausgegrabene Pflanzen sollten auf einer Folie ausgebreitet in die Sonne zum Vertrocknen gelegt werden.

Wenn der günstige Zeitpunkt im Frühjahr verpasst wurde und die Pflanzen schon viel Blattmasse gebildet haben, kann der Riesenbärenklau nur noch abgemäht werden. Das ist aber nicht ungefährlich, denn die Härchen der Pflanze enthalten giftige Stoffe. In Verbindung mit den UV-Strahlen des Sonnenlichts kommt es zu verbrennungsähnlichen Symptomen auf der Haut. Beim Entfernen der Pflanze muss deshalb Schutzkleidung getragen werden. Dazu gehören Overall, kräftiges Schuhwerk, Handschuhe mit Stulpen, Schutzbrille und gegebenenfalls ein Gesichtsschutz.

Sind Hautstellen vom Pflanzensaft getroffen, müssen sie unverzüglich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Vorsorglich sollten Gesicht und Hände mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor geschützt und die Sonne ein paar Tage gemieden werden. Kommt es trotzdem zu Hautreaktionen, ist der Hautarzt aufzusuchen. Tückisch ist, dass die Hautreaktion mitunter erst nach zwei bis drei Tagen sicht- und spürbar wird.

Weil die Pflanzen wiederholt neu austreiben können, muss das Abmähen mehrmals im Jahr geschehen. Aber selbst dann ist es möglich, dass die Pflanzen ihre Reserven nicht völlig aufbrauchen und im nächsten Jahr wieder austreiben. Am effektivsten ist also das Ausgraben oder Abhacken der Pflanze im Frühling.

Die Vermehrung der Herkulesstaude erfolgt ausschließlich über Samen. In den Blütendolden der ausgewachsenen Pflanze befinden sich bis zu 50.000 Samen, die bis zu zehn Jahre im Boden keimfähig bleiben. Die Verbreitung erfolgt entlang von Verkehrswegen wie Schienen und Straßen durch Verwirbelung. Weil die Samen schwimmfähig sind, breitet sich die Pflanze auch an den Uferrändern von Gewässern aus. Der ursprünglich als Zierpflanze aus dem Kaukasus eingeführte Riesenbärenklau ist sehr konkurrenzfähig und unterdrückt durch seine großen Blätter andere Pflanzen. (lwknds)


 
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